Variantenmanagement

Erhöhter Wettbewerb, kürzere Produktlebenszyklen und die zunehmende dynamische Entwicklung am Markt führen dazu, dass ein variantenreiches Produktportfolio für viele Unternehmen nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall ist. Insbesondere im Maschinenbau, Anlagenbau und in der Serienfertigung wächst die Anzahl an Produktvarianten stetig. Die damit verbundene Flexibilität in Entwicklung, Vertrieb und Fertigung führt jedoch zu einer zunehmend höheren Variantenkomplexität und kostenintensiven Prozessgestaltung. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, ist ein ganzheitliches Produktvariantenmanagement unverzichtbar.

Was ist Variantenmanagement?

Variantenmanagement bezeichnet die strategische und operative Steuerung von Produktvarianten entlang des gesamten Produktlebenszyklus (PLM). Ziel ist es, Variantenvielfalt wirtschaftlich beherrschbar zu machen, Komplexitätskosten zu senken und gleichzeitig eine hohe Kundenindividualisierung zu ermöglichen.

Ein professionelles Variantenmanagement umfasst:

  • Analyse von Verkaufs-, Umsatz- und Margendaten
  • Bewertung von Komplexitätskosten
  • Identifikation margenstarker und margen-schwacher Varianten
  • Standardisierung von Komponenten
  • Einführung modularer Produktarchitekturen
  • Aufbau eines Baukastensystems oder einer Plattformstrategie

Auf dieser Basis werden wirtschaftlich sinnvolle Varianten von selten nachgefragten oder kostenintensiven Varianten unterschieden. Das bietet eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die strategische Planung des Produktsortiments. So lassen sich Variantenexplosionen vermeiden, unnötige Kosten reduzieren und Produktportfolios gezielt optimieren.

Warum ist Variantenmanagement wichtig?

Variantenmanagement ist wichtig, weil eine unkontrollierte Variantenvielfalt die Komplexität und Kosten in nahezu allen Unternehmensbereichen erhöht: Von der Entwicklung und Konstruktion neuer Teile über den logistischen Aufwand der Lagerung und der komplexen Kapazitätsplanung bis hin zu Produktion und Service.

Damit verbunden ist eine Vielzahl von Fragen, die sich durch eine hohe Variantenzahl und einen umfangreichen Variantenraum ergeben. Typische Fragestellungen sind:

  • Welche Produktvarianten werden wie häufig angeboten und verkauft?
  • Welche Ausprägungen und Merkmale werden miteinander kombiniert?
  • Wie oft werden Sonderprodukte angeboten und wie oft standardisierte Produkte?
  • Wie hoch sind Umsatz und Marge einzelner Varianten?
  • In welchen Märkten und Ländern werden welche Varianten nachgefragt?
  • Welche Produktvarianten tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei?

Wie funktioniert Variantenmanagement?

Das Variantenmanagement funktioniert durch das Zusammenspiel von strategischer Planung und technischer Umsetzung. Dabei werden zentrale Maßnahmen kombiniert, um Effizienz und Flexibilität zu erhöhen. Dazu gehören die Definition modularer Produktarchitekturen, die Einführung eines Baukastensystems sowie die Standardisierung wiederverwendbarer Komponenten. Ergänzend werden redundante Teile reduziert. Auch der Einsatz eines Produktkonfigurators sowie die Integration in ERP- und PLM-Systeme spielen eine wichtige Rolle. Anstatt jedes Produkt individuell neu zu entwickeln, werden standardisierte Module miteinander kombiniert. Dadurch sinkt die Teilevielfalt, während die vom Kunden wahrgenommene Individualisierung erhalten bleibt.

 

Wie reduziert Variantenmanagement Komplexität?

Variantenmanagement reduziert Komplexität nicht nur durch reines Streichen von Variationen. Es geht vielmehr darum, Variantenvielfalt zu managen und das bestehende Produktprogramm zu optimieren, um damit sowohl die produkt- als auch prozessgetriebene Komplexität zu reduzieren.

Bei der Analyse variantenreicher Produkte sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Transparenz über Produktvarianten und Abhängigkeiten
  • Reduzierung von Komplexitätskosten
  • Identifikation von Einsparpotenzialen
  • Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen
  • Skalierbarkeit des Produktportfolios

Durch das strategische Varianten- und Komplexitätsmanagement lassen sich somit konkrete Empfehlungen und Vorgaben für die Produktion ableiten und zukünftige Komplexität im Unternehmen kann verhindert werden.

Wann lohnt sich Variantenmanagement?

Variantenmanagement lohnt sich besonders für Unternehmen, die individuelle Produkte anbieten und gleichzeitig Skaleneffekte einer Serienfertigung nutzen möchten.

Es ist essentiell für Unternehmen, die:

  • eine hohe Variantenanzahl im Portfolio haben
  • steigende Kosten in Konstruktion, Einkauf oder Logistik verzeichnen
  • ihre Time-to-Market verkürzen wollen
  • Fehler in der Angebotserstellung reduzieren müssen
  • internationale Märkte mit unterschiedlichen Anforderungen bedienen

Unternehmen mit variantenreichen Produkten erzielen durch professionelles Variantenmanagement häufig reduzierte Komplexitätskosten, schnellere Angebotsprozesse, geringere Fehlerquoten, höhere Margen pro Variante und bessere Planbarkeit in Produktion und Einkauf.

Software für effizientes Variantenmanagement

Eine moderne Softwarelösung für Variantenmanagement – beispielsweise ein Produktkonfigurator oder Variantenkonfigurator – bündelt sämtliche Produktinformationen zentral und ist damit ein verlässlicher digitaler Wissensspeicher für Unternehmen. Das gesamte Produktwissen inklusive Logiken, technische Regeln, Preise und Abhängigkeiten wird an einem zentralen Ort verwaltet – transparent und intuitiv. Damit entsteht eine klare Produktstruktur, die eine Basis für ein übersichtliches Portfolio bietet. Somit lassen sich ganze Produktwelten durch die Variantenmanagement Software nach den eigenen Bedürfnissen modularisieren und strukturieren – insbesondere bei einem komplexen Angebot.

Weitere Vorteile einer Variantenmanagement-Software:

  • Automatische Logikprüfung
  • Vermeidung nicht-baubarer Kombinationen
  • Echtzeit-Test von Regeländerungen
  • Integration von CRM- und ERP-Systemen
  • Durchgängige Datenbasis vom Angebot bis zur Fertigung

Gerade für Hersteller mit hoher Variantenvielfalt ist eine durchgängige ERP-Integration entlang des gesamten Angebots-, Planungs- und Produktionsprozesses entscheidend.

 

Durchgängige Vertriebsprozesse durch Variantenkonfiguration

Variantenkonfigurationen entlasten nicht nur die Auftragsabwicklung, sondern auch die Vertriebsmitarbeiter in der Angebotserstellung. Insbesondere im Vertrieb ist ein enormes Produkt- und Regelwissen nötig, um Varianten korrekt zusammenzustellen und fehlerfreie Angebote zu erstellen. Die Variantensoftware unterstützt den Anwender bei der Angebotserstellung und beschleunigt den gesamten Angebotsprozess wesentlich. In wenigen Schritten lassen sich fehlerfreie Angebote erstellen, die zuvor viel Zeit und Mühe gekostet haben. Durch die Berücksichtigung von Abhängigkeiten und einer effizienten Produktion sinkt zudem die Reklamationsrate. Nicht-baubare Variationen können erst gar nicht erstellt werden. All diese Faktoren steigern nicht nur die Zufriedenheit der Kunden.

Fazit: Warum Variantenmanagement heute unverzichtbar ist

Ein ganzheitliches Variantenmanagement wird maßgeblich durch Kundenbedürfnisse bestimmt und bedeutet mehr als transparentes und effizientes Managen der Variantenvielfalt. Durch die intelligente Kombination aus strategischem Variantenmanagement, modularer Produktarchitektur und leistungsfähiger Konfigurationssoftware lassen sich Produktkomplexität reduzieren, Kosten nachhaltig senken und Wettbewerbsvorteile sichern. Unternehmen gewinnen Transparenz über ihre Variantenvielfalt, optimieren ihr Produktportfolio und schaffen eine skalierbare Basis für zukünftiges Wachstum.

 

Häufige Fragen zum Variantenmanagement (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Variantenmanagement und Produktkonfiguration?

Variantenmanagement ist die strategische Steuerung der Variantenvielfalt. Produktkonfiguration ist die technische Umsetzung dieser Strategie mithilfe einer Software.

Wie implementiert man Variantenmanagement im Unternehmen?

Durch Analyse des bestehenden Produktportfolios, Identifikation von Komplexitätstreibern, Aufbau modularer Produktarchitekturen und Einführung einer integrierten Konfigurator-Software.

Welche Branchen profitieren besonders vom Variantenmanagement?

Branchen mit variantenreichen Produkten wie Maschinenbau, Anlagenbau, Automobilindustrie, Medizintechnik und Serienfertigung.

Welche Kennzahlen sind im Variantenmanagement relevant?

Variantenanzahl, Komplexitätskosten, Marge pro Variante, Time-to-Market, Fehlerquote.

Was kostet Variantenmanagement?

Die Kosten hängen von Unternehmensgröße, Variantenanzahl und IT-Infrastruktur ab. In der Regel amortisieren sich Investitionen durch reduzierte Komplexitätskosten und effizientere Prozesse innerhalb kurzer Zeit.

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